Kurz nach dem Krieg 1870/71 begann die so genannte „Gründerzeit“, in der sehr viele Vereine gegründet wurden. So entstand in Veert der „Feuerwehrverein“, der sich später in „Freiwillige Feuerwehr Veert“ umbenannte. Ohne Zweifel wurden schon vor diesem Zusammenschluss Menschen gerettet, Brände bekämpft und Hilfe in Not und Gefahr gewährt; aber dieses geschah in völlig freiwilliger Bereitschaft und als Auswirkung einer inneren sittlichen Verpflichtung wie ein ungeschriebenes Gesetz in der Gemeinschaft.

Es war auch schon eine von der Gemeinde bereitgestellte Brandspritze (Handdruckspritze) vorhanden. Sie stand auf einer Karre im Spritzenhaus bei Langenberg.

Bei Ausbruch eines Brandes eilte einer der nächstwohnenden Bauern mit einem Ross dorthin, um die Spritze möglichst schnell an den Brandherd zu bringen.

Als freiwilliger, ziviler Spritzenmeister ist noch der Schmied Gerhard Brauers bekannt, der in dem „Bomkätel“, einem alten Haus auf dem Markt, wohnte. Eine besondere Geschicklichkeit erforderte das Herablassen der Spritze von der Karre. Das Pferd wurde ausgespannt und die Karre auf ihre Bäume herabgelassen. Dann mussten zwei starke Bolzen ausgelöst werden, und die Spritze wurde kunstgerecht mit ihren kleinen Holzrädern über die Karrenbäume herabgefahren.

Sie war ein schwer bewegliches Instrument. In Betrieb gesetzt wurde sie durch zwei lange links und rechts befindliche Holme, die von den Leuten abwechselnd auf und nieder bewegt wurden.

Bei der schnellen Zunahme der Bevölkerung wuchs auch die Zahl der Gebäude.

Wirkliche, durchgreifende Erfolge bei der Brandbekämpfung konnten aber durch die Gemeinschaftshilfe von Leuten, die in keiner Weise für diese schwierige Aufgabe ausgebildet und auch unzugänglich ausgerüstet waren, nicht verzeichnet werden.

Außerdem wurden die Verluste bei Bränden größer, so dass strengere Feuerschutzmaßnahmen und eine organisierte Brandbekämpfung nicht mehr länger hinzuhalten waren. Sie wurden eine unbedingte Notwendigkeit.

Im Jahre 1888 wurde schließlich die Freiwillige Feuerwehr Veert gegründet Gründungsmitglieder waren:

Joseph Boers, Heinrich van Cuyck, Gerhard Evers, Johann van Meegen, Gerhard Meurs, Gerhard Pauels, Peter Pauels,Wilhelm Rademacher, Heinrich Stroecks, Heinrich van Treeck, Heinrich Valentin (Schreinermeister), Heinrich Valentin (Schuhmachermeister), Matthias Valentin (Schreinermeister) und Johann Valentin (Hucksen).

Erster Feuerwehrhauptmann wurde der Schreinermeister Heinrich Valentin.

Als erstes Zeichen, sich von den Zivilisten zu unterscheiden, erhielten die Mitglieder Kappen aus schwarzem, wasserdichtem Wachstuch. Dazu kam bald ein roter Gurt. Eine regelrechte Uniform konnte man sich noch nicht leisten, aber in den nächsten Jahren gab es dann Arbeitsblusen und endlich Lederhelme.

Um 1905 stellte die Stadt bzw. die Feuerwehr Geldern eine zweite Handdruckspritze zur Verfügung, die etwas kleiner, sonst aber von der gleichen Bauart war wie die in Veert vorhandene. Die beiden Gemeinden Veert und Pont sollten sie gemeinsam benutzen.

Am 01.05.1910 wurde in Geldern der Kreisfeuerwehrverband durch 24 anerkannte  Wehren, unter denen auch die von Veert vertreten war, gegründet.

Ein lange gehegter Wunsch der Wehrmitglieder ging in Erfüllung, als im Jahr 1914 endlich Paradeanzüge angeschafft werden konnten, die man bei festlichen und traurigen Anlässen tragen wollte.

Im Ersten Weltkrieg fielen zwei Wehrkameraden:

Am 06.09.1915 Gerhard Valentin bei Kowno und am 17.05.1917 starb Johann Schraets an den Kriegsfolgen in der Heimat.

Ein noch vorhandenes Verzeichnis der Mitglieder aus dem Jahre 1927 zählt 53 aktive und 9 inaktive Mitglieder auf.

1934 erfolgte ein Zusammenschluss der Wehren von Pont und Veert unter dem Namen „Freiwillige Feuerwehr des Amtes Pont“ mit Löschzug I in Pont und Löschzug II in Veert. Der Löschzugführer für Veert, H. Pauels, wurde zum Oberbrandmeister ernannt. Stellvertreter für diesen blieb L. Stroecks, der Löschmeister wurde. Als Gerätewart wurde Th. Valentin bestätigt, der wie auch M. Küsters und M. Valentin den Titel Löschmeister erhielt.

Zu Anfang des Jahres 1935 erhielt der Löschzug II durch Bewilligung des Gemeinderates die erste neue Motorspritze. Allerdings konnte sie nur eingesetzt werden, wenn ein offenes Gewässer mit genügend Wasser in der Nähe war, in das man den Saugschlauch legen konnte. Löschbrunnen gab es noch nicht.

Die dringend notwendigen Brandbrunnen wurden gebaut, als im Zweiten Weltkrieg die Gefahr der Entstehung von Bränden durch Abwurf von Brandbomben ins Beängstigende wuchs.

Durch die Einberufungen zur Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg (1939-1945) verringerte sich die Mitgliederzahl der Feuerwehr; doch die Aufgaben wuchsen, wie das in Kriegszeiten immer der Fall ist. Zum Glück blieb ein Stamm tüchtiger Wehrmänner in der Heimat. Mit ihnen konnten die starken Anforderungen gemeistert werden. Was in dieser schweren Zeit geleistet wurde, steht in diesem Buch in der „Veerter Chronik“. Nach Kriegsende stand die Wehr vor dem Nichts. Die Motorspritze war beim Einmarsch von den gegnerischen Truppen entführt worden und die alte Handdruckspritze ging in der Siegesfeier unrühmlich unter. Von sonstigen Löschgeräten war nichts mehr vorhanden, und an anderen Dingen waren nur einige Uniformen und Signalhörner übriggeblieben. Kreisbrandmeister Bühner gelang es, Ende Oktober 1945 fünf gebrauchte Motorspritzen mit einer Mindestförderung von 800 l zu beschaffen. Eine davon erhielten die drei Gemeinden Walbeck-Pont-Veert gemeinsam; sie wurde in Pont stationiert.

Im Alarmfall musste die Spritze bei Brandmeister Croonenbroeck in Pont angefordert werden. Die Ponter Feuerwehr startete dann zur Brandstelle; hier aber mussten die Leute der örtlichen Wehr die Bekämpfung des Brandes durchführen.

Schon am 06.02.1946 erhielt die Veerter Wehr eine eigene Tragkraftspritze TS 8 mit dem nötigen Zubehör. Schläuche und andere notwendige Geräte beschafften sich die Wehrmitglieder in Eigenhilfe durch das damals übliche „Kompensieren“.

Nach der Währungsreform 1948 flossen allmählich wieder Mittel aus der Luftschutzsteuer.

Mit deren Hilfe und den jeweils dazu von der Gemeinde gewährten Zuschüssen konnten in den folgenden Jahren die notwendigen Anschaffungen an Schläuchen, Kupplungen, Uniformen, Stahlhelmen usw. gemacht werden. Auch die Brandbrunnen wurden ausgebessert.

Im Dezember 1956 erhielt die Veerter Wehr eine neue Tragkraftspritze TS 8/8. 1958 konnte das neue Löschfahrzeug in Betrieb genommen werden. Ein Markstein in der Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Veert war die Errichtung des neuen Feuerwehrgerätehauses am 25.09.1960. Schon 1957 hatte man das ausgediente Spritzenhaus abgerissen. Danach hatte man die Geräte der Wehr im Schuppen der Dorfschmiede Schumacher untergebracht.

Seitdem nun in den Jahren 1960/61 die zentrale Wasserleitung in der Gemeinde Veert angelegt wurde, sind überall Hydranten als Wasserspender, an die die Tragkraftspritze durch B-Schläuche und Kuppelungen angeschlossen werden kann.

 

Nach der kommunalen Neuordnung 1969

Die bisher selbstständigen Feuerwehren wurden als eigene Löschzüge in die Freiwillige Feuerwehr der neuen Stadt Geldern übernommen. Für die Gesamtfeuerwehr gab es von nun an einen Wehrführer (Hauptbrandmeister) und für die Löschzüge jeweils einen Löschzugführer (Brandmeister, Oberbrandmeister).

Am 15.03.1970 fand die erste Generalversammlung des Löschzuges Veert der

Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Geldern statt. Inzwischen waren die Wehren ordnungsgemäß formiert. Albert Pastoors war Wehrführer der neuen Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Geldern geworden und der Löschzugführer des Löschzuges Veert, Johann Neymanns, stellvertretender Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Geldern.

Am 23.07.1973 fand das Kreisfeuerwehrverbandsfest in Veert statt. Für den Löschzug war der Auftrag für die Ausrichtung dieses gut verlaufenden Festes eine Ehre.

Die Stadt Geldern vergrößerte im Jahr 1980 den Geräteraum und richtete alle Räume im Erdgeschoss des ehemaligen Lehrerdienstwohnungsgebäude für die Feuerwehr ein. Zum ersten Mal in der langen Geschichte bekam die Veerter Feuerwehr zu Unterrichts- und Versammlungszwecken einen eigenen Raum. Gleichzeitig wurde ein Büroraum erstellt und an Nebenräumen eine kleine Küche geschaffen sowie ein Duschraum mit Toilette und Waschgelegenheit eingerichtet. In dem Anbau des bisherigen Geräteraumes, der die Verbindung zwischen Geräteraum und Mannschaftsraum mit Nebenräumen bildet, wurde die Möglichkeit geschaffen, für jeden Feuerwehrmann die komplette Einsatzausrüstung geordnet aufzuhängen. Die Ausrüstung ist dadurch zum Einsatz sofort griffbereit.

Am 24.10.1993 wurde ein neues Löschfahrzeug, LF 8-6, eingeweiht. Dieses ist ein Löschgruppenfahrzeug mit einer vom Fahrzeugmotor angetriebenen Feuerlöschkreiselpumpe 8 / 8 und einer Feuerwehrtechnischen Beladung. Zusätzlich ist das Fahrzeug mit einer Tragkraftspritze TS 8 / 8 ausgerüstet. Im eingebauten Löschwassertank werden 600 l Wasser mitgeführt. Die Feuerlöschkreiselpumpe hat eine Nennförderleistung von 800 l / min bei 8 bar Nennförderdruck.

Mit seiner Besatzung 1/8 (9 Personen = 1 Löschgruppe, die taktisch stärkste Einheit der Feuerwehr) und seiner vielfältigen Beladung kann es vollkommen autark operieren und nahezu jeden Einsatz bewältigen. Seine Beladung ist jedoch insbesondere auf die Brandbekämpfung und Technische Hilfeleistung kleineren Umfangs ausgerichtet.

Im Jahre 1995 wurden die Sirenen im ganzen Stadtgebiet Geldern abgeschafft.

Seit diesem Zeitpunkt werden die Feuerwehrleute nicht mehr über den Ton der Sirenen, sondern über Funkalarmempfänger zu den Einsätzen gerufen.

Im Jahre 2001 wurde in Geldern eine Jugendfeuerwehr gegründet. Einige Veerter Jugendliche sind Mitglieder der Jugendfeuerwehr.

Mit Vollendung des achtzehnten Lebensjahres treten sie in den aktiven Dienst über. Der Löschzug Veert stellt einige Kameraden, die die Jugendfeuerwehr anleiten und ausbilden. Am 15.09.2002 bekam der Löschzug Veert ein zweites Fahrzeug. Da der Löschzug Veert in den letzten Jahren vermehrt tagsüber mit dem Löschzug Geldern zu Einsätzen fährt, wurde überlegt, ob der Zug Veert nicht ein zweites Fahrzeug bekommen sollte, um die nachrückenden Kameraden auch sicher zur Einsatzstelle bringen zu können. Zunächst bekam der Löschzug ein altes Fahrzeug vom Bund, das bis dahin in Geldern stationiert war. Dieses wurde neben dem LF 8-6 ins Gerätehaus gestellt.

Da der Platz für zwei Fahrzeuge sehr eng war, wurde am 18.03.2004 mit dem Neubau einer zweiten Fahrzeughalle begonnen. Die Kameraden des Löschzuges errichteten die Halle innerhalb eines Jahres in überwiegender Eigenleistung. Sie investierten mehr als 2800 Stunden in ihrer Freizeit. Am Sonntag, dem 21.08.2005, konnten die neue Halle und die neuen Umkleideräume eingeweiht werden.

Am 15.01.2006 erhielt der Löschzug Veert ein neues zweites Fahrzeug. Es handelt sich um ein Einsatzleitfahrzeug (ELF). In diesem Fahrzeug befinden sich 1 Telefon, 1 Faxgerät, 1 Computer, 1 Wetterstation, mehrere Funkgeräte, Sitzmöglichkeiten für 7 Personen und ein Schreibtisch, um während des Einsatzes wichtige Dinge zu organisieren und dokumentieren. Da dieses Fahrzeug im gesamten Stadtgebiet Geldern eingesetzt wird, verfügt es auch über ein Navigationsgerät.

 

Geselligkeit und Dorffeste

Der Löschzug ist Mitglied der Geselligen Vereine. Er nimmt an den Veranstaltungen der Vereine teil. So begleitet er den St.-Martins-Zug mit Pechfackeln. Auch die Fackelausstellung in der St.-Martini-Grundschule schließt er traditionell mit einem kleinen Martinsfeuer ab.

Beim Karnevalsumzug übernimmt er den Ordnungsdienst während des Zuges.

Beim jährlichen Waldfest des Radsportvereins und bei den Theateraufführungen der Laienspielgruppe übernimmt er die Brandwache.

Auch bei Kirmesumzügen und am Volkstrauertag nimmt die Feuerwehr mit einer großen Gruppe teil.

Schon dreimal stellte die Feuerwehr den Festkettenträger. Diese waren zum 80-jährigen Stiftungsfest Hubert Pauels sen. im Jahr 1968, zum 90-jährigen Stiftungsfest Johann Neymanns im Jahr 1978 und zum 100-jährigen Stiftungsfest Hans Pauels im Jahr 1988.

 

Die Brandmeister

1888-1919      Heinrich Valentin

1919-1921      Theodor Valentin

1921-1958      Hubert Pauels

1958-1969/75 Johann Neymanns

 

Die Löschzugführer

01.07.1969       Johann Neymanns,

bis 10.01.1975  Stellvertreter Hans Pauels

 

10.01.1975       Hans Pauels,

bis 05.03.1989   Stellvertreter Peter Janssen

 

05.03.1989       Peter Janssen,

bis 24.03.1997  Stellvertreter Johannes Pauels

 

24.03.1997-      Johannes Pauels,

Stellvertreter

bis 31.05.2005   Jörg Ressel

seit 31.05.2005  Hartwig Pauels

 

   

Unwetterwarnungen  

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Quelle: Deutsche Wetterdienst
Letzte Aktualisierung 18/10/2017 - 14:43 Uhr
   

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